Unser Verein setzt sich für die Einhaltung der Menschenrechte Aller ein, unabhängig von Aufenthaltsstatus und Herkunft. Wir distanzieren uns von jedem Versuch, die Bedürftigkeit einzelner Personengruppen gegeneinander auszuspielen. Die medizinische Grundversorgung ist ein Kernpunkt der Würde aller Menschen mit und ohne Pass, mit und ohne Krankenversicherung.
Dabei steht für uns gesundheitliche Prävention und die medizinische Behandlung aller Menschen auf der Grundlage des wissenschaftlichen, faktenbezogenen Konsens an erster Stelle. Mit der erfolgreich durchgeführten Impfkampagne gegen SARS-CoV-2 für Personen, die keinen Zugang zum deutschen Gesundheitssystem haben, setzten wir ein Zeichen gegen rechtspopulistische Strömungen der aktuellen Zeit und unterstützten aktiv die bundesweite Coronaprävention.

Hintergrund

Gemäß des Art. 25 der UN-Menschenrechtscharta und des Art. 35 der Charta der Grundrechte der EU, gibt es grundsätzlich für alle Menschen ein Recht auf medizinische Versorgung im Falle einer Krankheit. Es gibt jedoch Personengruppen in Deutschland, die bisher praktisch keinen Zugang zu Gesundheitsleistungen genießen. Darunter fallen bspw. Menschen ohne Papiere und ohne legalen Aufenthaltsstatus, Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft, die ihre Krankenversicherung verloren haben oder EU-Bürger:innen, die unzureichend oder gar nicht versichert sind.

Die Clearingstelle und Anonymer Behandlungsschein Leipzig e.V. (CABL e.V.) bietet nun die Möglichkeit für Betroffene sich einerseits beraten zu lassen und andererseits kurzfristig medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen. Die Clearingstelle unterstützt und berät auf dem Weg in eine reguläre Gesundheitsversorgung und vermittelt zwischen Adressat:innen, Krankenkassen und anderen Kostenträgern, bzw. Behörden. Im Rahmen der Möglichkeiten können medizinische Behandlungen, mittels eines Anonymen Behandlungsscheins (ABS) durch den Verein finanziell getragen werden.

Der CABL e.V. entstand aus einer Initiative des Medinetz Leipzig und ist seit 2019 gefördert durch die Stadt Leipzig.

Pressestatements

Bündnis fordert: Zugang zu medizinischer Versorgung für alle Geflüchteten ‒ Ungleichbehandlungen beenden, Einschränkungen im Asylbewerberleistungsgesetz abschaffen! Presseerklärung von Ärzte der Welt (24.05.22)

Gemeinsamer offener Brief: Landesweite Gesundheitskarte für ALLE jetzt einführen! Offener Brief der Medinetze/Medibüros in Sachsen (05.04.22)

„Fehlende Versorgung für Menschen ohne Papiere verletzt Europäisches Recht“ Presseerklärung zu einer förmlichen Beschwerde bei der Europäischen Kommission von Ärzte der Welt (25.08.21)

„Ohne Angst zum Arzt“ Presseerklärung zur Kampagne „GleichBeHandeln“ von Ärzte der Welt (06.05.21)

Gesundheitskarte für alle jetzt einführen! Offener Brief an Staatsministerin Petra Köpping u.a. vom Sächsischen Flüchtlingsrat (16.04.2020)

Statement in Kooperation mit dem Medinetz Leipzig zur Situation in Leipzig und Sachsen bezüglich der Corona-Pandemie vom 19.03.2020: 
Statement[PDF]

Publikationen

Nicht nur von Krankheit bedroht Eva Klotz, Barbara Niedermaier und Lena Rummel (CABL e.V.) über die Versorgung
von Menschen ohne Papiere in der Corona-Pandemie (S. 18)

In: Gesundheit braucht Politik. Zeitschrift für soziale Medizin. Nr. 3/2021

Beiträge in Radio und Presse

Deutschlandfunk Kultur am 22.03.21
Wenn das soziale Netz nicht mehr hält

MDR Aktuell, Artikel vom 24.06.20
Nicht-Versicherte fallen durch Kontrollsystem

Kreuzer Leipzig, Artikel vom 23.04.2020 
„Ich bete jeden Tag, dass ich mich nicht anstecke“

linXXnet talXX am 30.03.20 
Interview mit linXXnet auf Youtube

Radio Corax am 18.03.20 
Menschen ohne Papiere trifft die Pandemie besonders stark

Interview mit Annemarie Saß von CABL – Aktionstag 2020 Medinetz Leipzig am 01.11.20

Auszeichnungen

Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ vom Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt

Preisträgerprojekte des Aktiv-Wettbewerbs 2020 aus Sachsen